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Aktuelles

Regionalplan Mittelhessen wird fortgeschrieben

Der derzeit gültige Regionalplan Mittelhessen stammt aus dem Jahr 2010 und wird nun aktualisiert. Dazu war im Frühjahr 2022 u.a. auch die HGON zu einer Stellungnahme aufgefordert. Zusammen mit den anderen mittelhessischen Arbeitskreisen haben wir eine Stellungnahme erarbeitet und dem Regierungspräsidium zugeleitet. Die Stellungnahme des AK Marburg-Biedenkopf können Sie hier [986 KB] einsehen.

Neue Brutplatzangebote für Störche

Wie wir in unserem letzten Newsletter berichteten, wurden die Storchenhorste auf der DB-Stromleitung im Bereich der Lache Radenhausen im Herbst 2021 aus Sicherheitsgründen entfernt und Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt. Mit der naturschutzrechtlichen Genehmigung wurde der DB auch auferlegt, dass als Kompensation Pappeln und Weiden auf den Grundstücken der Stadt Kirchhain aufgewertet und damit für die Störche ergänzende Brutmöglichkeiten auf Bäumen geschaffen werden sollen. Zu diesen Ersatzmaßnahmen gehörte auch die Errichtung einer Nistplattform. Über die Aktion berichtete die OP in ihrer Ausgabe vom 01. Februar 2022.

Newsletter 1-2021

Rechtzeitig zu Weihnachten ist unser Newsletter 2021 erschienen. Trotz Corona-Beschränkungen am Anfang und Ende des Jahres 2021 ergaben sich über das Jahr verteilt verschiedene Naturschutz-Aktivitäten im Landkreis, über die es sich zu berichten lohnt. So erstellte unser AK-Leiter, Gerhard Wagner einen Artikel zum Thema 'Der lange Weg zum Naturschutz im Wald - am Beispiel des Burgwalds', der in Kurzfassung in den Mitglieder-Info des Landesverbands erschienen ist. Über weitere Neuigkeiten aus dem Burgwald berichten Artikel zur Renaturierung des Kälberteichmoores, zur Erweiterung der Naturschutzgebiete, zur Nordhessentour unseres Landesvorsitzenden und zu einer Reaktivierung eines Frankfurter Wasserwerks, das zu einer Reduzierung der Wasserentnahmen im Burgwald führen könnte. Der Newsletter enthält auch kurze Übersichten über die Entwickliung der Kiebitz- und Storchenbestände im Landkreis in 2021 sowie über eine Exkursion zu den Kiebitzen in der Wetterau und über Probleme der Storchenbrutplätze an der Lache Radenhausen. In kurzen Artikel wird zudem über die Umgestaltung eines BMX-Geländes in Obereisenhausen durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, über die Aufwertung des Braunkehlchen-Brutgebietes in Kirchvers, die Gründung eines Landschaftspflegeverbands Marburg-Biedenkopf, die neue LEADER-Förderperiode und das Projekt Klimabonus der Region Burgwald-Ederbergland berichtet. Unseren Newsletter 1/2021 können Sie hier [780 KB] herunterladen.

Kälberteichmoor

Ging man früher den Herrenweg von Bracht nach Rosenthal entlang, sah man kurz vor den Franzosenwiesen nur Fichten. Durch die trockenen Sommer 2018 bis 2020 und dem Borkerkäferbefall gaben diese Fichten, nachdem sie gefällt werden mussten oder von selbst umfielen, eine nasse Stelle frei. Da man im Burgwald bei nassen Stellen immer den Boden untersuchen sollte, stellte man fest, dass an dieser Stelle ein früherer Teich und eine recht große und etwa 80 cm dicke Moorlinse bestand. Nach Rücksprache mit einem Moorexperten und der Sichtung historischer Karten entschloss sich das Forstamt Burgwald zu einer Moorrenaturierung. Die Umsetzung wurde dadurch erleichtert, dass die Stadt Frankenberg für die Durchführung einer klimaneutralen EUROPEADE 2019 eine Kompensationsmaßnahme suchte. Sie stellte das notwendige Geld für die Maßnahme zur Verfügung, das Klimabonus-Projektteam, eine Initiative der LEADER Region Burgwald-Ederbergland, übernahm die Betreuung. Im Spätsommer 2021 kam dann noch eine Infotafel hinzu, die einige Infos über das Projekt bereitstellt. (September 2021)

Naturschutzgebiete im Burgwald wachsen

Nachdem bereits Anfang Mai das Sonntag-Morgenmagazin einen Artikel geschaltet hatte, berichtete auch die OP Ende Juni über die Erweiterung von sechs Burgwald-Naturschutzgebieten. Und diese Vergrößerung machte ihrem Namen alle Ehre, denn die Gebiete wuchsen um rund 65 %, von zuvor rund 269 ha auf nun knapp 444 ha. Die Erweiterung der NSG war bereits seit Langem Wunsch von Aktionsgemeinschaft Rettet den Burgwald e.V. und uns, doch amtliche Mühlen mahlen manchmal (sehr) langsam. Unterstützt wurde die Novellierung der NSG-Verordnungen sicher auch durch die aktuellen Diskussion zum Klimaschutz und darüber, dass Moore ein sehr guter CO2-Speicher sind. (Juni 2021)

Kiebitze - Brutsaison 2020

Im Gegensatz zu dem 1970er und frühen 1980er Jahren, in denen der Kiebitz noch in allen Naturräumen des Landkreises vertreten war, beschränkt sich das Vorkommen heute lediglich auf die Naturräume ‚Amöneburger Becken‘ und ‚Neustädter Sattel‘. Es wurden ehemals Höhenlagen zwischen 160 m üNN im ‚Marburg-Gießener-Lahntal‘ und 500 m üNN auf der ‚Bottenhorner Hochfläche‘ besiedelt (Mothes-Wagner 1992). Die heute besiedelten Naturräume sind Teil der Hessischen Becken- und Senkenlandschaft, die sich vom oberen Rheintal über das Rhein-Main-Gebiet, die Wetterau, das Marburg-Gießener-Lahntal, das Amöneburger Becken, die Schwalmniederung und das Kassler Becken erstreckt. Diese Landschaft ist gleichzeitig Zug- und Rastgebiet auf einer mitteleuropäischen Zugstraße.

Heute sind die Voraussetzungen, die den Kiebitzen früher zur Verfügung standen, durch Intensivierung der Landbewirtschaftung weitgehend vernichtet. Notwendige Habitatstrukturen sind weitgehend beseitigt. Aus zahlreichen Heuwiesen wurde Vielschnittgrünland, welches der Silagegewinnung und der Gülleentsorgung dient. Die Ausweisung großer Teile des Amöneburger Beckens als EU-Vogelschutzgebiet hat den großflächigen Niedergang der Offenland-/Grünland-Biozönose bisher nicht grundsätzlich stoppen können. Einzelne Renaturierungsmaßnahmen wie Errichtung von Extensivkoppeln und Bau von Blänken sowie die Umsetzung von HALM (Hessische Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen) zeigen erste Wirkungen. So ist das Entstehen einer neuen Storchenpopulation bemerkenswert, zur Zeit über 25 Brutpaare im Raum Amöneburger Becken, die aber im Zusammenhang mit der Entwicklung der westeuropäischen Population zu sehen ist. Eine Konzentration im Amöneburger Becken im Vergleich zum restlichen Kreisgebiet ist jedoch das Ergebnis von Hilfsmaßnahmen und naturräumlichen Gegebenheiten.

Für den Kiebitz ist eine derartige Entwicklung zur Zeit noch nicht erkennbar. Von ehemals 75 Brutpaaren im Amöneburger Becken in 1968 bzw. 24 Brutpaaren auf dem Neustädter Sattel in 1987 sind die heutigen Kiebitzbestände weit entfernt. Dies gilt insbesondere, wenn man berücksichtigt, dass ehemalige Brutgebiete in anderen Naturräumen des Kreises inzwischen völlig verwaist sind (vgl. Verbreitungskarte in Mothes-Wagner 1992) und 1988 wohl ein Gesamtbestand von 182 Kiebitzpaaren existierte. 10-jährige Erfassungen der Kiebitze von 1993 bis 2002 (A. Kliebe 2005) im Amöneburger Becken zeigen den weiteren langsamen Rückgang der Bestände, sie belegen aber auch die Brutplatztreue dieser Art, die bis heute fortdauert (siehe folgende Ergebnisse).

Die seit wenigen Jahren bestehende AG Wiesenbrüterschutz Marburg-Biedenkopf versucht die weitere Entwicklung der Kiebitzbestände zu dokumentieren und geeignete Hilfsmaßnahmen und Schutzbemühungen zu initiieren oder selbst umzusetzen. Die Ergebnisse des Brutjahres 2020 zeigen Erfolge und noch bestehende Defizite im Kiebitzschutz. Der Ergebnisbericht wurde von Gerhard Wagner zusammengestellt. Er wurde an das Thünen-Institut weitergeleitet, das die Kiebitzbestände bundesweit erfasst und zusammenstellt. (Oktober 2020)

Neuartige Infotafeln im Amöneburger Becken

Erstmals in Hessen können Vogel-Beobachtungen per QR-Code direkt im Beobachtungsgebiet abgerufen werden.

Seit dem Jahr 2011 ist es möglich, die Beobachtungsdaten, die vogelkundlich Interessierte erfassen, auf der Internetplattform ornitho.de einzutragen, um sie so einem großen Interessentenkreis zugänglich zu machen, statt sie im privaten Notizbuch verschwinden zu lassen. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf wurden bislang bereits 100.000 Beobachtungen von weit mehr als 100 Melderinnen und Meldern über ornitho.de erfasst. Die große Anzahl gemeldeter Vogelarten und -daten macht diese auch einer statistischen, wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich. Eine schnelle Möglichkeit, sich vor Ort über ein Beobachtungsgebiet, wie hier das Amöneburger Becken, und die jüngst beobachteten Vogelarten zu informieren, bietet ein spezifischer QR-Code, über den man mittels internetfähiger Geräte (Smartphone, Tablet o.ä.) die auf ornitho.de gemeldeten Beobachtungen ohne Anmeldung einsehen kann.

Die ersten Gebiete in Hessen, für die solche QR-Codes auf kleinen Tafeln an exponierter Stelle im Gelände angebracht werden, sind das NSG Brießelserlen, die Lache Radenhausen und der Hochwasserschutzdamm bei Niederwald. Beteiligt an der Erstellung der Codes waren die Betreiber und Regionalkoordinatoren der Internetplattform ornitho.de, die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V., deren Mitglieder seit vielen Jahren die Entwicklung der Vogelwelt im Amöneburger Becken dokumentieren, die Stadt Kirchhain und das Naturschutz-Informationszentrum Amöneburg. Weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier. [498 KB] Die OP berichtete [383 KB] ausführlich über das Thema (Januar 2018).

  • Von links: Dr. Astrid Wetzel, Robert Cimiotti, Inga Hundertmark, Gerhard Wagner

Naturkundliche Jahresberichte Marburg-Biedenkopf

Der Jahresbericht 23/24 - 2004/05 wurde nicht mehr gedruckt. Teil 1 - Artikel können Sie hier [1.438 KB] als Digitalversion herunterladen.

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