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Projektbeschreibung und -ziele

Naturnahe Bäche und Auen sind in unserer Kulturlandschaft selten geworden. Bereits seit Langem wurden Fließgewässer begradigt, um das Hochwasser möglichst schnell abzuleiten, das Bachbett mit Steinen festgelegt, der Hochwasserabfluss reguliert und die Auewiesen drainiert, um sie als Acker nutzen zu können. Seit wenigen Jahrzehnten jedoch setzt sich die Erkenntnis durch, dass nur ein naturnaher Bach mit Windungen, Seitenerosionen und Sedimentablagerungen, also einem Vielgestaltigen und reich strukturierten Bachbett, seine Funktionen im Naturhaushalt sowie als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erfüllen kann. Zusammen mit Feucht- und Nasswiesen in den Auen, die als Überschwemmungsräume dem Wasserrückhalt bei Hochwasser dienen, sind naturnahe Bäche die Lebensadern unserer Kulturlandschaft.

Das Projekt Koppel am Georgsteich soll durch Initialmaßnahmen an einem ausgebauten Gewässerabschnitt des Hatzbachs bzw. eines seiner Quellfäden eine eigendynamische Entwicklung hin zu einem naturnahen Bachlauf ermöglichen und zum Entstehen neuer Lebensräume für gewässer- und auentypische Tiere und Pflanzen beitragen.

Der für die Projektumsetzung notwendige Flächenerwerb, die Erstellung der erforderlichen Planunterlagen zur wasserrechtlichen genehm,igungh und die Beantragung von Fördermitteln sowie die Ausführung der Baumaßnahmen erfolgte 2007/2008. Einige Jahre und mehrere Hochwasser später lassen sich bereits erste Erfolge erkennen: Im neuen bzw. umgestalteten Bachbett treten Erosionen und Sedimentationen auf, die durch den Tritt den Wewideviehs verstärkt werden. Und auf den Weideflächen selbst entstehen neue Vegetationsstrukturen, die zur Bioto- und Artenvielfalt beitragen.

Zur dauerhaften Sicherung des Projekts wurden die Flächen 2008 in die Willy-Bauer-Naturschutzstiftung der HGON übertragen. Das Projekt wird weiterhin vom Arbeitskreis Marburg-Biedenkopf der HGON betreut.

Koppel mit renaturiertem Bachlauf (zum Vergrößern links klicken)

Wie entwickelt sich das Gebiet?

Das nach der Schneeschmelze im Januar 2011 einsetzende Winterhochwasser hat erstmals den Bach über die Ufer seines neuen Bettes treten lassen. Es wird interessant sein zu beobachten, welche Umlagerungs- und Gestaltungsprozesse dadurch in Gang gesetzt werden und wie sich das Bachbett und die Koppel in den Folgejahren verändern. Beitragen zu dieser Veränderung werden auch die Weidetiere, die den Bach im Sommer zur Abkühlung oder zum Trinken nutzen und dabei durch ihren Tritt das Bachbett gestalten.

Impressionen von der Koppel am Georgsteich (zum Vergrößern links klicken)

Weitere Informationen - Aktuelles

Wegen der nahen Straße und dem nicht ganz ausbruchsicheren mobilen Elektrozaun haben wir uns 2014 dazu entschlossen, einen Festzaun von etwa 1,5 km Länge um das Projektgebiet zu ziehen. Da die Kosten für einen solchen Zaun nicht unerheblich sind und unsere Rücklagen dafür nicht ausreichten, haben wir die untere Naturschutzbehörde um Unterstützung gebeten und sie auch bekommen. So konnten wir im Frühsommer 2015 zusammen mit den Pächtern und einer Weidezaunfirma die Koppel einzäunen. Damit ist die Gefahr, dass die Tiere ausbrechen weitgehend gebannt. Nun grasen 9 Schottische Hochlandrinder auf unserer Koppel.

Gleichzeitig wurden 2015 einige kleinere Grundstücke zur Arrondierung des Gebietes hinzugekauft. Dieser Ankauf wurde aus Mitteln der Willy-Bauer-Naturschutzstiftung getätigt, in deren Besitz sie aucfh übergingen.

Aufstellung zum Pressefoto (Zum Vergrößern bitte links klicken).


Im Herbst 2014 haben wir die Projektflächen neu verpachtet. Das Team um Fabian Gies pflegt das Gebiet nun wieder mit Highland-Cattle.

Am 08. Juli 2013 haben wir im Beisein von Herrn Landrat Robert Fischbach und Herrn Bürgermeister Thomas Groll eine Infotafel der Öffentlichkeit vorgestellt. Näheres finden Sie in unserem Newsletter 3-2013 [292 KB] .

Die Agentur Naturentwicklung Marburg-Biedenkopf hat für das Projekt ein Poster erstellt. Näheres finden Sie hier. Aktuelle Informationen über den Fortgangs des Projekts enthält auch der Newsletter 1-2009. Hintergrundinformationen zum Projekt finden Sie in unserem Newsletter 2-2008.